Es sollte der Aufbruch in die große Freiheit werden, es wurde die stressigste Zeit seit langem. Wohnungsauflösung, Papierkram, Selbständig machen, Visa, Versicherungen abschließen, andere kündigen…es gar nicht so leicht sein Leben in Deutschland für ein paar Jahre auf Eis zu legen. Mittlerweile bin ich gut in Rumänien, meinem ersten Etappenziel, angekommen aber fangen wir am besten ganz von vorne an.

Die letzten Vorbereitungen haben mich doch mehr Zeit gekostet als erwartet, viel mehr Zeit. An für sich ja kein Problem, in der Theorie habe ich davon jetzt eigentlich mehr als genug. Da ich aber in der nächsten Woche bereits in Rumänien für einen ersten Auftrag als Freelancer sein muss sieht die Praxis leider anders aus. Vielleicht bin ich auch etwas zu naiv und optimistisch an die letzten Vorbereitungen ran? Aber ich glaube für so eine Reise benötigt es auch eine gewisse Naivität und Optimismus.

Wie auch immer, da ich diesen Beitrag wie gesagt  bereits aus Rumänien schreibe habe ich wohl alles irgendwie rechtzeitig erledigt. Die Abschiedsparty war gefeiert. Der Papierkram mit den Ämtern und Botschaften ist durch. Das Gepäck ist irgendwie auf der Maschine untergebracht – und davon gibt es viel, zu viel, glaubt mir. Unglaublich was der moderne Mensch so alles denkt unbedingt zu brauchen, das muss dringend nochmal überdacht und aussortiert werden aber das hebe ich mir für unterwegs auf. So bin ich also am 4.9. viel zu bepackt und wenig entspannt endlich in mein großes Abenteuer gestartet. So naiv kann ich also doch gar nicht gewesen sein.

Los ging es am Bodensee entlang durchs Allgäu und durch die Voralpen in Österreich. Die Alpen selbst habe ich aus Zeit- und Wetter-Gründen ausgelassen. Beim Blick nach rechts auf die Berge eine gute Idee. Feucht, kühl, trist und irgendwie unmotivierend war’s trotzdem weshalb ich versucht habe möglichst viel Strecke zu machen. Im Osten geht ja bekanntlich die Sonne auf also kann’s dort nur besser werden dachte ich mir. Außerdem kannte ich die ganze Gegend ja auch schon.

Weiter ging es über Ungarn. Ungarn ist flach, sehr flach. Und weil es so flach ist, ist es auch sehr gerade. Für Motorradfahrer eher unspektakulär.
Endlose Geraden wechseln sich nur gelegentlich mit leichten Kurven ab die dann kilometerweit vorher angekündigt werden um diejenigen aufzuwecken die auf der endlosen Geraden vorher eingeschlafen sind. In einer 30° Kurve von der Bahn zu kommen ist selbst mit Vorsatz schwer. Die Kreuze am Straßenrand zeigen aber, dass die Warn-Schilder wohl doch irgendwie ihre Berechtigung haben.
Und Ungarn war nass. Vielleicht hätte ich am Tag zuvor nicht so viel fluchen sollen – da sind Mächte am Werk mit denen man sich besser nicht anlegen sollte.

Machen kann man dagegen aber nichts und so kurvte ich entspannt und mit einem zufriedenen Grinsen Richtung Rumänien wo ich bereits nach drei Tagen am Abend angekommen bin und nun für ein paar Tage verweilen werde.

Da das Wetter nicht wirklich zum Verweilen einlud bzw. fotografieren inspirierte hier nur sehr wenige erste Eindrücke.

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5 comments

  • Cony 10. September 2014   Reply →

    Na… Die ersten Meter sind geschafft. Ich freu mich, dass Du so fröhlich bei der Sache bist. Sooo schlecht war das Wetter doch nicht lt. den Photos. Bin gespannt, was Du noch erlebst. Dein Schreibstil gefällt mir sehr – als ob Du gerade redest und man zuhört. Du fehlst schon – glaub mir! Dennoch verfolgen mehr als Du denkst Deine Route. Viel Spass weiterhin. Bin dabei

  • Alexander Ries 11. September 2014   Reply →

    Spannend mitzulesen, als wäre man für 10 Minuten lang dabei gewesen…

    • Manuel 7. Oktober 2014   Reply →

      Hi Alex, danke fürs Kompliment und viel Spaß bei den noch folgenden 10 Minuten 😉 LG Manuel

  • Andreas Hecht 12. September 2014   Reply →

    Hallo Manuel,
    der Anfang liest sich schon sehr spannend und macht Lust auf viel, viel mehr. Wir sind gedanklich viel bei Dir und vermissen Dich in unserer Runde. Dir für die Zukunft ein viel freundlicheres Biker Wetter und Straßen, bei den das Motorradfahrern auch Spaß macht.

    • Manuel 7. Oktober 2014   Reply →

      Hi Andreas, danke für die Komplimente und die guten Wünsche! Und viel Spaß beim Weiterlesen

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