Istanbul ist groß. Und Istanbul ist anders. Anders als andere Großstädte (ok, von denen ich nun wirklich nicht viele gesehen habe) und ganz anders als ich es mir vorgestellt hatte. Alte Architektur mit orientalischer Flair gepaart mit modernem offenem islamischen Lifestyle schaffen eine ganz besondere Atmosphäre. Rund um die Uhr herrscht hektisches Treiben überall und man kann wirklich sagen diese Stadt lebt.

Zwei Nächte wollte ich bleiben damit ich einen Tag habe um mir die Stadt an zu schauen. Dass das nicht für mehr als eine Auswahl der Hauptsehenswürdigkeiten reicht war mir klar. Aber musste ich gerade den Tag erwischt haben, an dem auch noch einige dieser geschlossen sind? Viel zu sehen gab’s trotzdem.

Zuerst habe mich ins total überfüllte (auch unter der Woche) Nachtleben gestürzt. Dass der Islam eigentlich keinen Alkohol duldet interessiert hier kaum jemanden, generell wird der Islam hier sehr leger gelebt. Aber er wird gelebt wie ich am nächsten Tag um 6 Uhr morgens erfahren durften als mich gefühlt 10 Moscheen mit dem Ruf zum Gebet aus dem Schlaf gerissen haben.

Wenn man schon mal wach ist kann man sich auch gleich auf den Weg machen, kurz in einem türkischen Café gefrühstückt, welches mich aber zugegeben irgendwie enttäuscht hat – so eines wie es sich mein Kopf ausgemalt hatte konnte ich leider nicht finden. Aber Frühstück, Kaffee und Tee waren trotzdem gut und so machte ich mich auf zum Sightseeing.

Weiter ging’s über den Bosperus, durch die Altstadt, vor und in diverse Moscheen, durch diverse Parkanlagen und natürlich auf den großen Basar. Letzter hat mich zugegeben etwas enttäuscht und der im Touristenführer erwähnte orientalische Basar-Flair blieb aus – komplett. Ein Ramsch-Geschäft reihte sich ans nächste und alle verkauften den gleichen Ramsch. Ok, ein Klischee wurde erfüllt, hätte ich alle Angebote angenommen hätte ich halb Freiburg mit Teppichen versorgen können. Die Moscheen haben mich aber extrem beeindruckt, atemberaubende Bauten, da können meiner Meinung nach nur wenige Kirchen mithalten.

Außerdem habe ich bei der Blauen Moschee, eines der Wahrzeichen Istanbuls, einen sehr interessanten Vortrag über den Islam besucht um mir die Zeit bis zum Besuch der Moschee zu überbrücken. Da diese noch aktiv genutzt wird und gerade gebetet wurde war sie für Besucher geschlossen. Und gebetet wird oft – 5 mal am Tag – und jedes mal rufen die Moscheen mit den klassischen Gesängen dazu auf was, wenn auch um 6 Uhr morgens eher störend, eine schöne Atmosphäre schafft. Viel gelernt habe ich außerdem, z.B. dass Jesus auch im Islam als Prophet gehandelt wird und dass generell sehr viele parallelen in Geschichte und Personen bestehen.

Alles in allem ein lohnenswerter Abstecher den ich nur jedem wärmstens empfehlen kann.

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2 comments

  • Thorsten Schmiady 6. Oktober 2014   Reply →

    Heute habe ich mir ein paar Minuten Zeit genommen und mir in Ruhe Deine bisherigen Berichte durchgelesen. Natürlich hat mich sofort das Fernweh gepackt und ich wäre gerne dabei…
    Es ist auch sehr spannend, Deine Erlebnisse zu lesen. Ein wenig wünschen würde ich mir, dass Du noch mehr auf Dich als Person dabei eingehst. Was erfüllt Deine Gedanken bei Deinen Erlebnissen? Was für Menschen lernst Du kennen? Was fühlst Du dabei? Wo schläfst Du, was isst Du?
    Das würde dem ganzen meines Erachtens nach einen viel persönlicheren Touch geben und Deinen Reisebericht deutlich mit Dir als Mensch verknüpfen…
    Bin gespannt auf den nächsten Bericht…,
    Thorsten

    • Manuel 7. Oktober 2014   Reply →

      Hi Thorsten, danke fürs Feedback, werd ich mir zu Herzen nehmen!

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