Donnerstag, der 06.11.2014: Konya ich komme
Der Tag startet ganz in Ruhe, habe mir ja mit Absicht schaffbare Etappen gelegt!
Nach dem Frühstück wird Kati aus der Hotellobby geschoben, dass lockt viele neugierige Menschen an. So ist das Beladen erst nach einer Stunde geschafft, da ich andauernd Fragen beantworten muss.


Es werden viele Fotos gemacht, ich bzw. besser gesagt Kati steht im Rampenlicht!
Dann geht es los, das Ziel ist Konya, machbar in ca. vier Stunden fahrt.
Nach dem ich mich aus der Stadt gewühlt habe geht es wieder auf eine ausgezeichnet ausgebaute Landstraße. Mitten drin mache ich erst mal meine Teepause. Diese habe ich mir angewöhnt und ist sehr gut für einmal Beine vertreten und kurz durchschütteln!


Nach 20 Minuten geht es dann weiter, so weit ist es auch nicht mehr. Na ja, Konya ist nicht mehr weit weg, dass ist korrekt. Aber Konya ist schon wieder größer als erwartet und so brauche ich dort angekommen über eine halbe Stunde um zu meinem Hotel zu kommen.
Dort eingetroffen wird Kati direkt vor der Tür abgestellt, das Gepäck fürs Campen kommt hinter den Empfang und der Rest mit in den ersten Stock.
Dort bleibe ich nicht lang, ich möchte mir die Umgebung noch anschauen.
Also laufe ich mal wieder planlos drauf los, dass kennt ihr jetzt ja schon von mir…
…aber mein System bzw. nicht vorhandenes System ist gut.
Die Stadt ist noch sehr lebendig für die Zeit und vor allem Helligkeit. Wobei die ersten schon die Rolladen runter ziehen und abschließen. Ich komme noch an einer schönen Moschee vorbei und kann noch zwei drei schöne Bilder machen.

Auf dem Weg zum Hotel komme ich an einem Computerladen vorbei. Aber es ist nicht ein Laden wie wir ihn in Deutschland kennen. Die Jungs reparieren einem hier wohl alles, also genau das richtig um nach einem Stecke zu fragen. Und Jackpot, zwar nicht ganz das, was ich gesucht habe, aber ich kann es mir passend basteln. Der Laden beeindruckt mich so sehr, dass ich ihn euch nicht vorenthalten möchte. Sollte einer noch eine Bildröhre brauchen, oben im Regal!


Dann ist der Tag für mich auch schon gelaufen.
Auf den letzten Metern zum Hotel wieder Fluglärm. Keine Reisemaschinen, Militär!
Diese Bewegungen der Flugzeuge fallen mir nicht das erste mal auf. In Izmir waren es jeden Morgen Übungsflüge über der Stadt, immer im Kreis im Tiefflug und ohne Bewaffnung (zumindest hing nichts drunter). Eine Kampfhubschrauberstaffel hatte ich bereits voll bewaffnet gesehen die gen Süden flogen. Diese Kampfjets die den Luftraum über Konya querten hatten auch alles mögliche unten drunter hängen. Meine ganz vorsichtige Vermutung ist, dass diese Militärs näher an die Grenze zu Syrien platziert werden.
Aber was soll es, so lange die hier nur extrem krach machen soll mir das egal sein.
Auf ins Bett!

Freitag, der 07.11.2014: Der Kapitän in der Wanne
Heute starte ich bewusst später, in der Hoffnung, dass es mit steigender Sonne noch etwas wärmer wird. Bei 8°C mache ich mich dann aber auf den Weg. Es geht nach Göreme, darauf freue ich mich sehr! Auch Heute fahre ich Hauptstraße, gibt auch sonst nichts zur Auswahl für mich.
Es geht gerade aus, lange, sehr lange gerade aus!


Da es noch länger gerade aus, auf und auch wieder ab, springen wir mal direkt zur Teepause.
Ich genieße die schöne Aussicht auf das Gebirge in der Ferne.


Dann ist es irgendwann so weit. Als ich gerade nach Nevşehir eingefahren bin, also ca. 12 km vor Göreme, geht der Motor aus. Es kommt die Fehlermeldung „Krafstofpumpenfehler“!
Zugegeben, ich kann total entspannt bleiben, denn es liegt einfach an der Luft im Tank.
Mein Durchschnittsverbrauch ist auf 5 Liter gesunken, da wollte ich wissen wie weit ich denn nun wirklich komme. 458,4 km bin ich gekommen. Das passt, denn der Tank fasst 23 Liter und bei 5 Liter Verbrauch…! Rechnet nach, der Bordcomputer funktioniert also tadellos! Schnell wird ein Reservekanister eingefüllt. Der Witz ist, dass die nächste Tankstelle 800 Meter entfernt ist, aber Berg auf! Dort wird doof geschaut als ich 23,74 Liter tanke. Der Tank fasst also beim Befüllen bis zum Rand etwas mehr als 23 Liter, super! Und ja, der Reservekanister wurde wieder genau so Rand voll gemacht, wie er es zu vor gewesen war, passt also!
Jetzt geht es an die letzten Meter, es sieht schon schwer nach Göreme aus hier.
Beim einfahren in ein Tal fahre ich einfach von der Straße runter, eine Böschung hoch und stehe direkt am Abgrund. Das war knapp! Leider ist die Internetverbindung wieder nicht Video geeignet, schade, denn das habe ich aufgenommen! Die Aussicht ist Atem beraubend!


Na wem ist mein Gruß im Schatten aufgefallen? 🙂
Der ungeplante Stopp dauert nicht so lange, denn ich muss ja noch mein Hotel finden.
Als ich dort eintreffe, glaube ich erst falsch zu sein, denn das sieht nicht so aus als würde es 18€ die Nacht kosten. Ja hier verrate ich euch glatt mal, was ich blechen muss. Glaubt mir aber vermutlich eh keiner:


Wie ein kleines Kind hüpfe ich erst mal durch das ganze Zimmer um mir alles anzuschauen und die ganzen Artikel einzusammeln. Das ist ein bisschen wie Ostern. Im Schrank finde ich zwei paar Hausschuhe und Nähzeug! Im Bad gibt es von Zahnbürste über Rasierer bis zu Wattestäbchen wirklich alles!
Und dann drehe ich vollkommen durch. Nicht nur das ich eine Badewanne habe, nein, ich habe eine Badewanne mit Blubberfunktion. Oh wie ist das schön! Es geht in die Wanne und wer glaubt, dass ich eventuell etwas viel Shampoo in die Wanne getan haben könnte…

…der wird wohl recht behalten. Das Foto entsteht mit meinem Wasserdichten Outdoorhandy, daher die schlechte Qualität!

Hätte ich jetzt noch eine Quietscheente gehabt, dann wäre ich wohl nie mehr aus der Wanne gekommen! Aber nach 30 Minuten hat der Spaß ein Ende, mein Magen meldet sich lautstark.
Es geht also noch ein wenig in die Hauptstraßen von Göreme. Ich wandere erst mal durch die Gegend, ja wieder Planlos! Es ist schön hier, auch bei Nacht. Glücklicher Weise habe ich meinen kleinen Fotoapparat dabei.


Da ich schon wieder auf dem Weg zum Hotel bin, muss ich jetzt mal irgendwo einkehren um was zu essen. Ein kleines Restaurant ist vollständig leer und sieht einladend aus. Alleine schon weil hier mal keine Asiaten das Bild prägen (ist nicht böse gemeint, nervt aber wirklich ab und zu!)!
Dort esse ich aus einem kleinen Keramiktopf ein einheimisches Gericht mit Hühnchen, Reis und Brot.
Ein Bild davon habe ich natürlich vergessen zu machen, reiche ich noch nach!
Der Besitzer kann ausgezeichnet englisch und so kommen wir ins Gespräch. Er ist, so wie viele andere auch, beeindruckt von meiner Reise. Dann kommt die Frage, die ich jetzt schon öfter beantworten musste. Wie mir die Türkei und vor allem die Türken gefallen? Sehr gut, alle nett und Hilfsbereit.
Der Inhaber ist stark gläubig und versucht mir seine Religion genauer zu erklären. Es ist eine interessante Unterhaltung. Es geht um Respekt, auch unter nicht gläubigen und anders gläubigen. Er hat bald tränen in den Augen, so traurig macht es ihn, dass so viele Muslime sterben! Er kann es nicht nachvollziehen und schiebt diese Sache, wie ich finde, nicht unbegründet auf die Politik!
Es ist ein gutes Gespräch. Er bedankt sich sogar, dass ich ihm aufmerksam zugehört habe und sagt mir noch, dass mir 90% der Türken jeder Zeit helfen würden in der Not. Da zu verpflichtet sie auch ihre Religion. Jetzt ist es schon sehr Spät geworden. Es wird Zeit zurück ins Hotel zu gehen, denn ich muss um 4.30 Uhr aufstehen. Warum das? Morgen Abend wird es ein „Special“ geben, über Göreme.
Felix erkundet die Gegend früh Morgens mit einem Heißluftballon und anschließend mit Kati. Es wird also ein aufregender Tag werden! Das mein erste Flug in einem Heißluftballon in der Türkei stattfinden wird, dass hätte ich auch nicht gedacht…

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One comment

  • Milli 7. November 2014   Reply →

    Dein Blog ist wunderbar und macht Spaß!
    Beeindruckende Fotos … Auch das vom Wannenungeheuer…

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